Zinkfieber. Was genau ist das und wie kann man es vermeiden?

29 Oktober 2018 Zinkfieber ist eine harmlose, sich nicht ausweitende berufsbedingte Atemwegserkrankung, die beim Einatmen feiner Metallpartikel entsteht. Während der genaue Ablauf dieser Erkrankung noch unbekannt ist, wird als primäre Ursache das Einatmen von Zinkoxidrauch angenommen, der bei einer Erhitzung von verzinktem Stahl oder Zinklegierungen (wie etwa Messing) entsteht. Diese Erkrankung ist auch unter den Bezeichnungen Metalldampffieber, Kupferfieber, Gießfieber oder Gießerfieber bzw. Schweißerfieber bekannt.

Insbesondere Schweißer sind Substanzen ausgesetzt, die vom Grundmetall, der Beschichtung oder dem Füllstoff stammen. Doch auch beim Löten und Hartlöten können durch das Freisetzen von Blei, Zink, Kupfer oder Cadmium Metallvergiftungen entstehen. In extremen Fällen kann es bei Cadmium, das noch in einigen älteren Silberlötlegierungen vorhanden ist, zu Bewusstseinsverlust kommen.

Zinkfieber: Anzeichen und Symptome

Die Erkrankung ist mit grippalen Symptomen wie etwa Schüttelfrost, Muskel- und Brustschmerzen, trockenem Husten, Metallgeschmack im Mund, Leukozytose, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Unwohlsein verbunden. Darüber hinaus sind weitere Symptome, wie etwa ein süßer oder metallischer Geschmack im Mund zu verzeichnen, einhergehend mit einer trockenen bzw. gereizten Kehle, die zu Heiserkeit führen kann. Zu den ernsteren Symptomen einer Metallvergiftung können ein brennendes Gefühl im Körper gehören sowie Schock, unterbundenes Wasserlassen, Kollaps, Zuckungen, Atemnot, Gelbverfärbungen der Augen oder Haut, Ausschlag, Erbrechen, wässriger oder blutiger Durchfall sowie ein zu niedriger bzw. erhöhter Blutdruck, die sofortiger medizinischer Behandlung bedürfen. Grippeähnliche Symptome sind normalerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden verschwunden. Eine vollständige Genesung jedoch nimmt eine bis drei Wochen in Anspruch.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Dies ist nicht sehr einfach, da die Symptome je nach Person unterschiedlich ausfallen können. In einigen Fällen sinkt die Anzahl der Leukozyten, andere Personen wiederum haben einen erhöhten Zinkwert in Urin und Blut.

Die Symptome ähneln außerdem denen normaler Erkrankungen, was eine Diagnose mittels der üblichen medizinischen Untersuchungsverfahren erschwert. Deswegen muss bei der Patientenhistorie unbedingt dessen Umgebung berücksichtigt werden, z. B. die Arbeitsbelastung durch Metalloxide, das bisherige Arbeitsleben, die auszuführenden Arbeiten etc.

Metalldampffieber vorbeugen

Am besten beugt man Metalldampffieber (oder Zinkfieber) durch folgende Maßnahmen vor:

  • PSA (Persönliche Schutzausrüstung): Vollständige Implementierung internationaler Arbeitsschutznormen und -richtlinien, was den Gebrauch von Sauerstoff-Beatmungsgeräten und Lüftungssystemen einschließt. Der Markt stellt moderne Schweißhelme mit unterschiedlichen Atemschutzfunktionen zur Verfügung, um die Schweißfachkräfte vor Schweißrauch zu schützen. Lesen Sie hierzu auch unsere Anleitung zu automatisch verdunkelnden Schweißhelmen.
  • Umfassende Mitarbeiterschulung: Eine gründliche Schulung der Mitarbeiter ist unverzichtbar. Die Mitarbeiter müssen mit den reaktiven Eigenschaften von Chemikalien vertraut sein und der damit verbundenen zusätzlichen Sorgfalt, die bei allen Arbeiten in einer Metallbearbeitungsumgebung erforderlich ist.
  • Chemische Untersuchungsberichte: Die meisten Unternehmen führen vor Beginn der Schweißarbeiten keine chemischen Voranalysen aus bzw. informieren im Falle von maßgeschneiderten Arbeiten ihre Schweißer nicht über die in den Metallen enthaltenen Chemikalien, die zu einer Erkrankung führen können. Beispielsweise durch Cadmiumoxid ausgelöste ernsthafte gesundheitliche Probleme lassen sich einfach schon im Vorfeld erörtern, etwa über eine Voruntersuchung auf die chemischen Bestandteile der Materialien.
  • Belüftung: Eine Belüftung während der Schweißarbeiten ist die beste Methode, um gefährlichen Rauch oder gefährliche Oxide aus der Luft zu entfernen. Rauchpartikel sind kleiner als Staub und setzen sich nicht so einfach ab. Um die Atemluft im Arbeitsbereich vor einer Kontaminierung zu bewahren, muss ein mechanisches Lüftungssystem installiert werden.

 

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